DAS PROJEKT "ROTELFAKE" IN TRUJILLO

Der Rötelfalke (Falco Naumanni), ein in vielen Ländern schon seit langem ausgestorbener Greifvogel, ist auch auf der iberischen Halbinsel in stetigem Rückgang.
In Trujillo, Stadt der Provinz Cáceres , trifft diese Vogelart (von den Einheimischen liebevoll „Mical“ genannt) auf die gleichen Probleme wie in vielen anderen Städten auch. Schwinden der Landwirtschaft, Insektizide und vor allem Verlust an Lebensraum sind u.a. für den Rückgang der Spezie verantwortlich. In Trujillo wird dieses Problem noch von Tauben und Krähen vergrössert, diese treiben den Rötelfalken aus der Stadt hin zur Stierkampfarena. Der Mensch trägt durch Restaurierung von Hauswänden, Dächern und dergleichen auch dazu bei, dass dieser Falke seine Nistplätze deutlich verringert sieht.

Der Rötelfalke ist ein kleiner urbaner Raubvogel (27-33cm Länge, 58-74cm Flügelspannweite und 150-180gr Gewicht).
Das Männchen, kleiner als das Weibchen, kennzeichnet sich durch den bläulichen Kopf, rostrote Oberseite und blaugrauen Schwanz aus. Brust- und Bauchbereich rötlich mit verschiedenen dunkelbruanen bis schwarzen Tönungen.
Weibchen und Jungvögel haben Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz in einem Sandton mit feinen dunklen Streifen. Bauch- und Brustbereich in zartem braun, welches sich zur Brust hin verstärkt. Heller Hals. Flügelspitzen sehr dunkel. Schwanzende mit breitem dunklen Streifen.

Gleich Merkmale für Männchen und Weibchen:
Augenringe, Innenseite des Schnabels und Beine gelblich bis orange. Iris dunkelbraun, Krallen sehr hell, fast weiss.

Rötelfalke und vulgarer Falke, Unterschiede:
Der vulgare Falke ist grösser, seine Krallen sind schwarz, Kopf und Rücken weissen unterschiedliche Farbtöne auf. Der Rötelfalke hat auf beiden seiten unterhalb der augen einen grauen Fleck, beim vulgaren zu weiss neigend. Der Schwanz des vugaren Falken ist grau mit feinen Streifen.
Der Rötelfalke ernährt sich hauptsächlich von Käfern, Heuschrecken, Grillen und kleinen Säugetieren. Die Beute fangen sie entweder mitten im Flug oder am Boden durch einen Sturzflug.

Der Rötelfalke kommt von Afrika aus im Februar hier in Trujillo an, zuerst die Männchen und ungefähr zwei wochen später die Weibchen.
Die Vögel suchen sich in Nischen, Löchern von Hauswänden oder historischen Gebäuden wie zum Beispiel dem Palast der Familie Escobar ihre Nistplätze.
Aber auch in zahlreichen anderen Gebäuden der Stadt (zum Beispiel in San Fransisco) ist jedes Jahr aufs neue eine sehr grosse Kolonie zu sehen.
Die Grösste allerdings befindet sich am Stadtrand, im Gebäude der Stierkampfarena von Trujillo.
Die Paarungszeit beginnt im April und in der zweiten Juniwoche kann man die Jungvögel beim Sonnenbad sehen. Gierig warten diese auf die von den Eltern gebrachte Beute.
Mitte juni ziehen sich die Rötelfalken in den Wald und auf Felder zurück, um sich auf den Flug zur Überwinterung im tropischen Afrka vorzubereiten.

Der Rötelfalke ist im C.R.E.A., einem Katalog der geschützten Vogelarten von Extremadura als ein sensibel auf Veränderungen des Habitats reagierender Vogel beschrieben.

Die Strafe für Tötung, Zerstörung des Nestes, Entnehmen der Eier oder Jungvögel wird per Gesetz mit nicht weniger als 601 Euro geahndet.
Der Kauf, Verkauf, Import, Export, Jagd, das Schaustellen oder Benutzung von Giften in der Nähe der Brutstätten ist strengstens verboten.

Viel hängt von uns Menschen ab, dass diese Vogelart evoluzioniert und in kurzer Zukunft aus der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen werden kann.
Dazu müssen wir den gesetzlichen Schutz , den „Plan für das Habitat des Rötelfalken in Extremadura“ ernstnehmen und zum Beispiel Störungen in Nistgebieten vermeiden, Jagd anzeigen, u.s.w.
Falls man Arbeiten am Hausdach vornehmen möchte und sich in einer Zone von Nistplätzen befindet, darf man diese nicht im Zeitraum Februar bis September durchführen.
Man sollte Nistkästen am Dach anbringen und möglichst Gemäuerfugen und Fugen in den Wänden (welche nicht die Struktur des Gebäudes angreifen), offenlassen.
Falls man ein verletztes Tier findet, sollte man sich hinter dieses stellen, es zudecken und darauf achten, dass man es vorsichtig und mit den Flügeln an den Körper gepresst aufhebt. Man sollte dem Tier kein Wasser oder Nahrung geben (ausser in dem Fall, dass es nicht in den nächsten zwölf Stunden abgeholt werden kann).
Das Tier sollte in einem mit Löchern versehenem Karton o.ä. aufbewahrt werden und man sollte sofort das Zentrum für Vogelschutz (in diesem Fall „Los Hornos“) unter der nummer 900 351 858 anrufen.
Für den Erhalt dieser Vogelart sind wir alle verantwortlich. Möglichst keine Insektizide verwenden, nicht das natürliche Habitat zerstören u.s.w. sind unsere Aufgaben.

Wir danken Ihnen für jegliche Unterstützung bei unserem Projekt zur Erhaltung des Rötelfalken und dessen Lebensraumes.